Quartett für zwei

Originaltitel:
(Kwartet dlja dwoich)
Autor:innen:

Krym, Anatolii

Kategorie:
Komödien
Übersetzung:
Deutsch von Bezghina, Ekaterina
Besetzungen:
2 Damen
2 Herren

Glauben Sie denen nicht, die behaupten, Frauen hätten Angst vor dem Alter.

Frauen haben vielleicht mit Falten zu kämpfen, aber Männer geraten geradezu in Panik, wenn sie sechzig werden. Auf ihren Schultern sitzt plötzlich ein kleiner Dämon, der ihnen einflüstert, dass eine Beziehung mit einer jungen Geliebten dazu beitragen könnte, den Lauf des Lebens aufzuhalten.

Unser alternder Eugene ist so einer. Ein Vertreter der kreativen Boheme, ein in die Jahre gekommener Komponist, der nun eine Affäre mit Zhenya sucht, einer zwanzigjährigen Studentin des Konservatoriums. Ganz pragmatisch offenbart Eugene seiner Frau, dass man sich also scheiden lasse und schon in Kürze die gemeinsame Wohnung gegen zwei kleinere tauschen werde. Doch bis dahin möge seine Frau bitte keine Szene machen und sich kultiviert verhalten, wenn seine neue Muse zu Besuch käme.

Und so bringt Eugene tatsächlich die schüchterne Studentin ins Haus. Was sieht sie in dem alternden Pavian? Alles andere als Liebe. Vielleicht ist es die Bewunderung für seine Musik. Vielleicht ist es Mitleid. Oder die Tatsache, dass die Ärzte Eugenes Leben bemessen haben, ein Jahr bleibt ihm noch, behauptet er, höchstens, bis ihn der Mann mit der Sense holen kommt, ein Jahr bleibt ihm, sich wie Mozart zu quälen und wie sein Vorbild sein letztes Requiem zu komponieren, wie soll das ohne Muse funktionieren?
Eugenes Frau Elena, die die Liebesaffären ihres Mannes satt hat, beschließt, sich zu rächen. Sie bringt einen jungen, sehr gut aussehenden Mann mit in die Wohnung, verkündet, dass dies ihr Geliebter sei, mit dem sich ab jetzt ihr Schicksal verbinden wird, und dass sie sich nun ab sofort zu viert die Wohnung teilen werden.

Eugene tobt. Wie kann seine Frau – seine verdorbene Frau – es wagen, einen Liebhaber ins Haus bringen?! Betrug ist für einen Mann verzeihlich, nicht aber für die Frau. Der Komponist ahnt nicht, dass dies eine Falle ist. Am Ende deckt Elena die Lüge seiner „tödlichen Krankheit“ auf. Zhenya rennt dem Lügner davon. Aber auch Elena geht. Dem Komponisten bleibt ein dissonanter Schussakkord seines Glücks. Er hat alles verloren.

Viele Menschen vergessen, dass Worte wahr werden können und mit Vorsicht benutzt werden sollten. Daher darf es nicht verwundern, dass schlussendlich ein Fremder anruft, der bei Eugene… ein Requiem bestellt! Was ist das, Schicksal? Scherz?

Darüber kann man nur mutmaßen.