In Spuckweite

Originaltitel:
(RUKAB / In Spitting Distance)
Autor:innen:

Najib, Taher Khaled

Übersetzung:
Deutsch von Orth, Günther

Besetzungen:
1 Herr
1 Dek.

Najib, Taher Khaled

Monolog

Deutsch von Günther Orth

1 H, 1 Dek.

Ausgezeichnet als Best Solo Play 2006 vom Israeli Netto Theatre Festival.

Aus der Luft spucken Flugzeuge Feuer auf die Stadt Ramallah — in der Stadt spucken die Männer wo sie gehen und stehen auf die Straße.

Ein palästinensischer Schauspieler mit israelischem Pass flieht aus dem gefährlichen Ramallah, erst nach Tel Aviv, dann nach Paris. Ausgerechnet am Vorabend des ersten Jahrestages des 11.

September will er zurück nach Tel Aviv fliegen. Als er sich von seiner herrlich leichten Pariser Liebesbeziehung am Check In trennt, wird er sofort mit massiven Sicherheitsmaßnahmen konfrontiert. Er versteht die Welt nicht mehr – warum macht man ihm solche Schwierigkeiten? Er versucht, cool zu bleiben, und bittet die Beamten um einen Kaffee und ein Glas Wasser.

Schließlich darf er in den Flieger steigen, allerdings nur in der Begleitung eines Sicherheitsbeamten. Die Passagiere reagieren verängstigt auf ihn, den Verursacher des verspäteten Abflugs.

Am Flughafen Ben Gurion wird er direkt an der Gangway von einem Militärjeep in Empfang genommen. Erneut bittet er um etwas zu Trinken und schafft es dadurch, seine Haltung zu bewahren.
Am Ausgang wartet sein Freund Sassa auf ihn. Sie fahren nach Tel Aviv und setzen sich in ein Café. Als er Sassa auf Arabisch fragt, ob er ein Bier möchte, leert sich prompt das Café. Langsam verlässt den Heimkehrer sein nur mühsam aufrecht erhaltener Gleichmut.

In diesem ironischen und mit vielen Momenten einer Farce durchsetzten Monolog wird die Geschichte eines Mannes ohne Heimat und Identität erzählt.