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Die wundersame Welt des Thierry Mugler

 

In der für ihre hochinteressanten Ausstellungen bekannten Kunsthalle der Hypo Kulturstiftung  München ist derzeit unter dem Titel Couturissime eine Zusammenstellung der Arbeiten des Kostümbildners und Couturiers Thierry Mugler zu sehen. Der gebürtige Elsässer und jetzt nach vielen Ortswechseln in Berlin ansässige Designer und Kostümausstatter hat ein sehr eigenes Frauenbild, das er mit seinen Kreationen von höchst weiblich bis roboterhaft technisch auslotet.

In seiner Geburtsstadt Straßburg vollzog  er seinen Einstieg ins Theater über seine Ballettausbildung als 14 Jähriger. Und natürlich kam er auch vom Theater nicht mehr los, denn alles was er entwarf hat einen theatralischen Touch, und wenn es nur das „kleine Schwarze“ ist. Entweder ist der Ausschnitt atemberaubend tief, oder der Rücken fehlt, jedenfalls ist nichts dabei, das man als „das Übliche“ bezeichnen könnte.

Sehr eindrucksvoll auch das Video seiner Ausstattung an der Comédie Francaise (1985) von Lady Macbeths Ende, ein 3-D-Hologramm von Michel Lemieux, in dem sich die wahnsinnig gewordene Lady in Flammen und Rauch auflöst. .

Pelze, Federn, Glitter und Glitzer, aber auch Chrom und Metallisches, Plastik in allen Variationen findet Verwendung, Roboterhaftes und aus dem Tierreich entlehntes, Märchenhaftes jedenfalls haftet allen Entwürfen an. Auch Autoreifen dienen als gestalterisches Material. Und jedes Kostüm ist ein Gesamtkunstwerk von Frisur oder Hut bis Handschuhe und Schuhe, Makeup und Accessoires.

Für die Installation der Ausstellung in gefühlt riesigen schwarzen Räumen mit Lackboden zeichnet Philipp Fürhofer. Ein ganz klein bisschen unheimliches Märchenland, in dem man sich wohlig gruseln kann.

© Gi 2020