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Das Spiel der Schahrazad

24.05.18 + schauspiel +

 

Feudal strukturierten Systemen, die nicht hinterfragt werden, wohnt die Gefahr inne, Menschen ihrer Freiheit zu berauben und Leid zu erzeugen. Märchensammlungen wie „1001 Nacht“ bündeln Erkenntnisse über das Leid wie die Liebe in mannigfacher Variation. Sie zeigen Wege auf, wie der Mensch sich von seinen inneren Dämonen wie seinen äußeren Fesseln befreit.

Turgay Nar, der in Instanbul lebende Autor, weiß, wovon er erzählt. Er lässt eine Geschichtenerzählerin agieren, die durch das Erzählen überlebt, aber gleichzeitig dem Erzählen von Lügenmärchen ein Ende setzt. Ihr Vater, mächtiger Wesir und eigentlicher Herrscher im Reiche des Königs Schahriyar, schuf in Schahriyar ein frauenmordendes Monster, indem er diesem die Wahrheit vorenthielt und mit Lügen fütterte. Mutig durchbricht seine Tochter, die Geschichtenerzählerin, das unendliche Leid und leitet damit die Schicksalswende ein – für sich, wie für die Gesellschaft ihres Landes.

„Das Spiel der Schahrazad schreibt die traditionelle Rahmenhandlung von 1001 Nacht als modernen Politthriller weiter“, titelt die Süddeutsche Zeitung gerade.

Das Stück wurde aus dem Türkischen ins Deutsche übersetzt von Ferdi Degirmencioglu.

 

3 D, 5 H

DSE: Mai 2018, Theater Augsburg, Augsburg