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50 Jahre Tatort – mit einer einzigen Konstante

50 Jahre die Augen eines Mannes. Doch wer steckt dahinter?
50 Jahre derselbe Vorspann – ein ganz spezielles Jubiläum.

Es ist die deutsche Krimireihe, die nicht zuletzt dank des traditionellen Vorspanns Kultstatus erreicht hat. Selten war sich die TV-Landschaft so einig, wie beim Festhalten an dieser Titelbildsequenz.

Im Trailer (gedreht auf dem Gelände des ehemaligen Münchner Flughafens in Riem) begleitet von der Musik von Klaus Doldinger, zu sehen: die Augen eines Mannes, dessen Beine, während er zu entfliehen versucht und seine Arme, mit denen er in ertappter Abwehrhaltung sein Gesicht zu verstecken trachtet, das Auge im Fadenkreuz. Ein Vorspann, der seine ganz eigene Geschichte birgt. Ein Vorspann, der Deutschlands Krimistatus einst auf ein ganz neues Level hob. Die Einführung als einzige Konstante. Heute, 50 Jahre nach der Erstausstrahlung, gibt es für diesen Vorspann nur noch eine Beschreibung: Kult.

Er hat mit aller Wahrscheinlichkeit Deutschlands bekannteste Augen und nebenbei auch noch die am häufigsten betrachteten »Beine auf der Flucht«. Die berühmten Tatort-Kultaugen, die heute fast noch mehr strahlen wie einst im Scheinwerferlicht auf dem ursprünglichen Flughafengelände München-Riem, sind die des ehemaligen Schauspielers und Regisseurs, Horst Lettenmayer.

Als Schauspieler hat er keine großen Meilensteine gesetzt, sehr wohl nennenswert ist jedoch sein künstlerisches Wirken in den 70er Jahren, als Regisseur, dann auch als Intendant und eigentlich in erster Linie als Pädagoge. Heute fast schon in Vergessenheit geraten, aber zu dem Zeitpunkt ein wichtiger Beitrag zum gemeinsamen kreativen Schaffen jüdischen und nicht jüdischen Miteinanders, hat Horst Lettenmayer einst das Junge Jüdische Theater gegründet und sieben Jahre lang auch geleitet. Für die im damaligen jüdischen Jugendzentrum aktive Theatergruppe Lo-Minor, von der man heute leichtfertig annimmt, dass sie erst seit einigen Jahren existiert, suchte man damals eigentlich so eine Art »Freizeitveranstalter«. Denn es waren im Grunde genommen ja Laien, die prominente Werke auf die Bühne bringen wollten. Horst Lettenmayer merkte schnell, dass er zu diesem Thema einen speziellen Zugang verspürte und auch über einen besonderen Draht zu den jüdischen Nachwuchsdarstellern verfügte. Wie alles in seinem Leben, übernahm er auch diese Aufgabe mit Herzblut.

Horst Lettenmayer hat nicht nur berühmte Augen, er hat auch ein Auge für das Wesentliche. Genau genommen hat er gar zwei Augen für das Wesentliche – in jeder Hinsicht! Das eine Auge glänzt für den Verstand, das andere erstrahlt für die Leidenschaft innovativer Lichtkreationen. Von der TV-kultigen Lichtgestalt zum kreativen Licht-Gestalter.

Nach einigen Jahren in der Bühnen- und TV-Landschaft, hat er sich im wahrsten Sinne des Wortes dem Licht verschrieben, wobei auch hier die Kunst keineswegs zu kurz kommt. Zielstrebig hat er sich ein Industrieunternehmen aufgebaut, in dem er sich austoben, wo er seine Ideen und Projekte in die Realität umsetzen kann.

Seine bemerkenswerte innere Zufriedenheit kommt nicht von ungefähr. Er besitzt die beneidenswerte Gabe, dass er exakt weiß, was er will. In Situationen, in denen es nicht so gut bis hin zu katastrophal läuft, reagiert er völlig gelassen. Er ist ein Analytiker vor dem Herrn, sachlich und kompetent.

Und so hat er früh festgestellt, dass der „schöne Schein“ in der TV-Branche nicht nur eine wesentliche Rolle spielt, sondern auch so manch anderes ans Tageslicht bringt. Den gleißenden Schein und das rechtzeitig erleuchtete Sein verstand er alsbald zu differenzieren. Denn er weiß, Leuchtkraft geht von mehr als nur einem Aspekt aus. Horst Lettenmayer, immer auf der Suche nach neuen Wegen, entdeckte für sich selbst die erweiterte Bedeutung von Rampen-Licht & Lampen-Fieber.

Er tauschte Rampenlicht gegen Lampenlicht. Während sich das Lampenfieber in fieberhaftes Glühen für innovative Lampenkunst wandelte. Anstelle sich im mitunter blendenden Scheinwerferlicht zu tummeln, konstruiert er seit geraumer Zeit die hell erstrahlenden Lichter für Wohnidylle, Büro und Komfort.

Mit seinem Beleuchtungsunternehmen hat der prinzipiengetreue Horst Lettenmayer ein Lebenswerk geschaffen. Was er erreichen wollte, hat er erzielt und doch ist er mit seinen kreativen Einfällen noch lange nicht am Ziel. Sein Ideenvorrat scheint schier unerschöpflich und so gestalten sich Endpunkte nur zu Zwischenetappen. Wenn der imaginäre Zielrichter die schwarz-weiß karierte Zielflagge für ihn schwenkt, ist Horst Lettenmayer längst wieder auf dem Weg zu einem neuen Startplatz.

Einfallsreichtum ist keine Zeiterscheinung. Das weiß auch Horst Lettenmayer und so hat der Visionär viel Pionierarbeit geleistet. Und das auf den unterschiedlichsten Gebieten. Seine Vielseitigkeit hat sich für ihn ausbezahlt, aber eigentlich geht es ihm lediglich darum, sich zu verwirklichen. Der Weg ist das Ziel! Und die Richtung gibt er selbst vor.

Wenn Emotionen die Übermacht gewinnen, versagt die sachliche Vernunft. Davor bewahrt ihn sein Instinkt. Auf seinen Instinkt konnte sich Horst Lettenmayer seit jeher verlassen. Obwohl sich Horst Lettenmayer selbst als hochemotionellen Menschen betrachtet, ist er in erster Linie gelassener Kopfmensch. Ratio besitzt bei ihm oberste Priorität! Dadurch behält er einen kühlen Kopf, ist aber keineswegs eine unterkühlte Persönlichkeit. Sachlich und analytisch geht er Ursachen auf den Grund – und reagiert!

Immer wieder stoßen wir bei ihm auf Gegensätze, die sich tatsächlich nicht widersprechen. Er ist höchst cool, doch keineswegs kaltherzig. Er reagiert emotionslos, aber das wiederum mit viel Gefühl. Er ist vom Naturell her kein Spieler und spielt dabei so gerne – mit den Möglichkeiten, die das Leben bietet.

Horst Lettenmayer ist der Analytiker unter den Visionären. Und er lebt sein Motto. Er selbst sagt: »Was ich beginne, das mache ich zu Ende. Hinterher, wenn es erfolgreich war, habe ich mein Motto erreicht: jeden Tag mit einem kleinen Erfolg zu beenden. Ich muss mit einem positiven Gefühl ins Bett gehen, dann ist man morgens auch gut drauf.«

© November 2020, Julie Nezami-Tavi

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3D Portraits der Komponisten des 19 Jahrhunderts

Bisher hatte sich der Iranische Künstler Hadi Karimi darauf spezialisiert, Showgrössen , Rock-, Film- und Pop-Künstler in einem 3D Format zu portraitieren. Jetzt hat er sich die Kompositionsgrössten des 19. Jahrhunderts im 3 D Format vorgenommen.  Als Vorlagen dienten ihm dazu Daguerreotypien und Porträtzeichnungen von Zeitgenossen.

Auf diese Weise sind bisher entstanden: Frédéric Chopin (sein Gesicht hat er nach der Totenmaske geschaffen), Franz Liszt, Franz Schubert und jetzt auch Johannes Brahms und Robert Schumann. Für das Portrait von Brahms entschied er sich für den jungen Brahms, sein Portrait ist weniger bekannt als das bärtige Gesicht seiner späteren Jahre. Als nächstes will sich der Künstler Clara Schumann  (wie könnte es anders sein) vornehmen.

Und hier der Link : https://www.radioclassique.fr/magazine/articles/brahms-et-schumann-en-3d-les-nouvelles-oeuvres-du-plasticien-hadi-karimi/

Quelle:   www.radioclassique.fr

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