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MANöVER (Manoeuvres)

„Manche Berufe sind einfach nichts für Frauen: Frauen sollten keine Feuer löschen, Reifen wechseln oder Panzer fahren. Aber ich wollte immer zur Armee. Wie mein Vater. Vor dem Tod habe ich keine Angst, nur vor fehlender Liebe“.

Hätte Belén geahnt, welche Folgen ihre berufliche Entscheidung, Soldatin zu werden, für sie persönlich haben würde, wäre sie womöglich einen anderen Weg gegangen. Vielleicht wäre ihr der Drill, der bedingungslose Gehorsam und ihre Attraktivität nicht zum Verhängnis geworden. So aber gerät sie in die Fänge eines Mannes, der sie perfide missbraucht, mag sie dagegen tun, was sie will.

Auch ihr Lebenspartner Darío hätte sich nie träumen lassen, dass die Schauspielerei sich derart wesensverändernd auswirken kann, sobald man in die Fänge eines mächtigen Regisseurs gerät, der einen haben will: „Du hast mich Tunte genannt und mein Talent bezweifelt. Meinst du, ich lasse den Eindruck stehen, ich hätte dir die Rolle gegen Sex angeboten?“

Dario wie Belén – Mann wie Frau – zerbrechen an Mitmenschen, die sich daran laben, Macht über den anderen auszuüben. Sie schaffen es nicht, trotz ihrer inneren Verletzung ihre einst glückliche Partnerschaft zu retten. Ein zeitkritisches Stück, geschrieben von Eduardo Galán, übersetzt von Michael Raab.

1 D, 3 H

UA: 28. September 2010, Zamora, Teatro Principal

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Leiche auf Bestellung (Burke & Hare)

Die Zeiten sind rau im 19. Jahrhundert, das Geld in Edinburgh ist knapp. Mrs. Hare, Inhaberin einer Pension, sauber und ordentlich, kann über einen Mangel an Gästen nicht klagen, über das Begleichen der Rechnungen jedoch schon. Mrs. Hare muss zusehen, dass ihre Gäste zu Geld kommen: Die junge Frau, die unter dem Dach wohnt, geht bereits einem Gewerbe, dem horizontalen, nach.

Leichen sind eine hochbezahlte Ware bei den Ärzten der Stadt. Sie benötigen sie für Anatomie-Vorlesungen, für die ihre Studenten Gebühren bezahlen. Burke und Mrs. Hare‘s Ehemann wissen um diesen Sachverhalt. Fällt einem der Dreien etwas ein, wie man die Geldquelle zum Sprudeln bringt?

Großes Spielvergnügen verspricht die Tatsache, dass drei Schauspieler alle Rollen im Stück von Tom Wentworth spielen.

UA: April 2018, Watermill Theatre, Newbury

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Aber wir lieben uns doch! (Alors on s’aime)

Romantische Abenteuer, hitzige Debatten, Handgreiflichkeiten….das Fass der Liebe ist  unfassbar tief und mit seinen Ticks, Tricks wie Lösungen.

Flavia Coste – sie reüssiert im Frühjahr 2019 mit „Nein zum Geld!“ am Renaissancetheater Berlin – legt in „Aber wir lieben uns doch!“ ordentlich nach.

Ein schöner Mann, Herr Dr. Sommer – Therapeut, bzw. Briefkastenonkel einer Frauenzeitschrift von Beruf – hilft seinen Nachbarn Charlotte und Max Capri, ihre permanenten Ehestreitigkeiten zu überwinden. Das befriedete Ehepaar möchte sich revanchieren. Doch wie?

Am besten doch da, wo Herr Dr. Sommer die größten Schwierigkeiten hat: In der Liebe! Ein Mann wie er kann unmöglich weiterhin mit einer Plastikgespielin zusammenleben!

 

1 Dek, 2 H 1 D

UA: September 2018, Théâtre des Varietés, Paris