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In Memoriam Eric Assous

„Boulevardkomödien sind eine extrem schwierige Kunst“ sagte Eric Assous im Interview. „Man muss mit mathematischen Gleichungen ans Werk gehen, und alles gleichzeitig bedienen: Literatur, Mathematik und Beobachtung. Ich bin bei allen Proben dabei, um sicher zu gehen, dass der Text, mit dem der Schauspieler konfrontiert ist, auch funktioniert.“  Und daran hat er sich gehalten und uns wunderbare Stücke geschenkt, jedes Jahr eines oder zwei.  

Weiter zum ausführlichen Nachruf

Am 12. Oktober 2020 ist Eric Assous in Paris gestorben. Wie viel Unvollendetes uns da vorenthalten wird!                                                                   

Eva Giesel

LITAG Theaterverlag München

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Hashtag Operettenbuffo

von Julie Nezami-Tavi

1 H, 1Dek

Was bedeutet es, ein Operettenbuffo zu sein? Man ist nicht der strahlende Tenor, der Held, man ist nicht der elegante reifere Herr, der Eindruck macht, oder gar der Bösewicht, man ist der Spaßmacher, auf der Besetzungsliste weiter unten.

Und dann noch Operette, die völlig unberechtigt immer mehr vom amerikanischen Musical verdrängt – um nicht zu sagen übertönt –  wird.  Grund genug, um über die Rolle Operette heute,  über das Genre generell nachzudenken. Das Ganze gepaart mit musikalischen Zitaten, die Kenner jubeln oder schmunzeln lassen. Es wird alles angesprochen, was die Operette ausmacht: Zeitbezüge, historische Ereignisse, Zwischenmenschliches. Ein Universum für sich.

Hier räsoniert ein Vertreter dieser Sparte über seinen Platz auf der Bühne, im Bühnengeschehen, und nimmt das zum Anlass, über die Modernismen und deren Auswirkung auf die Gattung Operette nachzudenken.   

Selbst wenn man nicht ein totaler Operettenfan ist – man bleibt davon nicht unberührt.

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Katharina Kepler – Die „Hexe“ von Leonberg

eine Musical-Oper von Hartmut H. Forche , Musik von Volker M. Plangg

Die Uraufführung war geplant für den Mai 2020 in Pforzheim, aber dann kam Corona…. wir hoffen sehr auf den Mai 2021

Katharina Kepler, die Mutter des weltbekannten Astronomen Johannes Kepler, ist für ihr Kräuterwissen und ihre Heilerfolge in Leonberg bekannt, aber dadurch auch in Gefahr: Zu Beginn des 17. Jahrhunderts gerät man als „Kräuterhexe“ schnell in Verruf. Weil sie sich weigert, einer „Ehebrecherin“ den Trank für eine Abtreibung zu geben, wird durch deren Verleumdung eine Lawine von Beschuldigungen losgetreten, die in einem Hexenprozess gegen Katharina gipfelt.

Hartmut H. Forche hat für seine Arbeit historische Fakten mit szenischer Fiktion vermischt. Die Musik von Volker M. Plangg entspricht nicht dem herkömmlichen Schema für Musicals, sondern ist verflochten mit Opernelementen. Parallel zu Belt und Rock Voice sind somit auch die klassischen Stimmfächer vertreten: Es handelt sich um eine Musical-Oper.

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Was geht mich das an? (De quoi je me mêle ?)

von Pascal Roger und Joseph Gallet

deutsch von Michael Raab

1D, 2H, 1Dek

Um ihre Ehe zu retten, kommen Marion und Mathieu auf eine ausgefallene Idee: Sie wollen Minute für Minute ihr Kennenlernen und Sich-Verlieben reproduzieren. Dafür sind sie an den Ort ihrer ersten Begegnung zurückgekehrt und haben sich in dem kleinen Ferienhaus eingemietet. Aber dort ist bereits jemand eingezogen: Pierre, ein depressiver Autor, der ein Buch über die Segnungen der Scheidung schreiben möchte. Das Trio ist nun gezwungen,  Zeit zu dritt zu verbringen und erlebt das turbulenteste Wochenende seines Lebens!

UA Januar 2020   Paris Théâtre Edgar

 

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Groan Ups

von Lewis/Sayers/Shields

deutsch von Anatol Preissler und Maria Harpner

3D, 4H, 1 Dek

Das Trio hat wieder zugeschlagen, nach Mord auf Schloss Haversham, Peter Pan –Pleiten, Pech und Pannen, und der Komödie mit Banküberfall ein neues Stück über Klassenkameraden, die einmal im Alter von 8 Jahren, dann im Alter von 17 Jahren und dann Mitte 30 dargestellt werden. Ein herrlicher Spaß über die menschliche und zwischenmenschliche Entwicklung im Laufe der Kindheit, der Pubertät und dem frühen Erwachsenenalter….

UA Herbst 2019 London Vaudeville Theatre

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Zehn Jahre Später (Dix Ans Après)

von David Foenkinos

deutsch von  Kim Langner

1 D, 2 H, 1Dek

Alles scheint blendend zu laufen für Pierre, ein Autor, dem die Inspiration abhanden gekommen ist, und für  seine quirlige Frau Nathalie, mit der er seit 10 Jahren verheiratet ist. Aber jetzt bereitet Pierre alles dafür vor, Nathalie zu  verlassen. Dafür lädt er seinen ältesten Freund Yves ein, der der Ex von Nathalie ist. Während des Abendessens will er seiner Frau dann die Neuigkeit verkünden. Aber warum gerade Yves einladen, den er zehn Jahre lang   nicht gesehen hat?  Weil Pierre ihm Nathalie vor zehn Jahren ausgespannt hat  und es nur natürlich ist, sie ihm zurück zu geben.

UA Januar 2020 Paris Théâtre de Paris Salle Réjane

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Ich bin nicht Mercury

Das etwas andere Konzert

von Thomas Schendel

„Ich bin nicht Mercury“ handelt von der letzten Probe einer newcomer Band, die kurz vor ihrer Studioaufnahme steht. Auf dem Programm stehen Songs von Freddie Mercury und der Band QUEEN.
Die unterschiedlichen Charaktere der Bandmitglieder werden in diesem Stück beleuchtet, ihre Beziehungen zueinander, der Kampf um Qualität und Karriere, Liebe und Freundschaft. Und das Ganze live mit vielen Highlights von Freddie Mercury und QUEEN.

Besetzung: 1D, 3H und 4 Musiker
Besetzungshinweis: 1 Sängerin, 3 Sänger, 4 Bandmitglieder

UA: Schlossparktheater Berlin, 11.01.2020

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Bye Bye Life (Déglutis, ça ira mieux…)

von Andréa Bescond und Eric Métayer

Übersetzt von Kim Langner

Ein heikles Thema: Sterbehilfe.

Was ist besser, wenn uns eine Krankheit anfällt, deren Ausgang ziemlich sicher fatal ist und deren Symptome immer unerträglicher werden: soll man dagegen kämpfen oder soll man sich ergeben? Eine schwierige Entscheidung, sowohl für den Kranken als auch für die Angehörigen. … In diesem Dilemma sind Aline und ihre Tochter Nina gefangen. Nina kommt überstürzt aus Afrika, wo sie in einer Buschstation hilft, zurück, weil ihre Mutter (wieder einmal)  einen Selbstmordversuch inszeniert hat. Der Hilfeschrei der Mutter bringt die Tochter an die Grenzen ihrer seelischen Belastbarkeit. Aber die Beiden finden einen Weg. Manche werden sagen: darüber sollte man nicht lachen, das Problem ist zu ernst. Aber die Autoren sind da anderer Meinung: sie kreieren witzige Situationen, weil es das Leben auch tut. Ein Familien-Drama, gegen das niemand gefeit ist, der Familie hat.

2 D, simultan Dek

UA: Théâtre du Balcon, Avignon Juli 2019

Frei zur DSE

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Nur Fliegen ist schöner

von Susann B. Winter

Familienkomödie
Eine sogenannte glückliche Familie, Vater Carlo, Mutter Romy, Sohn Claudio und Tochter Lara, und die unvermeidliche Mutter Carlos, die Schwiegermutter Anna. Romy funktioniert im totalen Servicestress zwischen Wäsche, Kochen, Organisieren, Räumen und Renovieren – doch das hat scheinbar ein Ende, als eine unerwartete Erbschaft ins Haus steht. Alle wissen sofort, was mit dem Geld passieren soll: ein Apartment in New York, ein tolles Auto, eine noch tollere Uhr, eine Wohnung auf Mallorca. Doch sie wissen noch nicht, was die Alleinerbin Romy mit dem Geld plant: die will nämlich den Flugschein machen und ein eigenes Flugzeug. Das löst Bestürzung aus und die Hoffnung, dass Romy die nötigen Prüfungen nicht besteht. Aber sie bekommt ausgerechnet von der ungeliebten Schwiegermutter die Unterstützung, die sie bitter nötig hat. Sie lernt fliegen. Und gewinnt auf der ganzen Linie….

Besetzung: 3D, 2H, 1 Dek

Frei zur UA

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Ab in den Schrank (AT) (J’ai envie de toi)

von Sébastien Castro

Übersetzt von Kim Langner

Eine treffende und sehr aktuelle Komödie, die alle Generationen anspricht. Sicher ist es Ihnen schon passiert, dass Sie eine SMS an die falsche Adresse verschickt haben….
Heute abend passiert genau das Guillaume. Er glaubt, er habe an Julie, seine neueste Eroberung, den Text „Ich habe Lust auf Dich“ geschickt; aus Versehen ist die SMS aber an seine Ex, Christelle, gegangen. Der Abend hat schlecht angefangen und entwickelt sich definitiv immer katastrophaler, weil sein Wohnungsnachbar bei ihm eindringt. Der hat die trennende Zwischenwand der beiden Appartements abgerissen, weil laut Wohnungsgrundriss ihm der dahinterliegende Schrank gehört.
Es ist Sébastien Castros erstes Stück. Er spielt mit den Mitteln der Vaudeville (Boulevard) Komödien im Sinne von Feydeau und lässt sich von klassischen Situationen inspirieren. Er nutzt rührende Charaktere und verrückte, aber realistische Situationen, um heutige Themen wie z.B. Beziehungsforen im Internet anzugreifen. Machen Sie sich auf ein Abenteuer gefasst, in dem Sie sich selbst begegenen.

Besetzung: 3D, 3H

UA  29. August 2019 Théâtre Fontaine Paris

DEA  25. März 2021 Theater im Rathaus Essen