Schwarzer Bühnengrusel
VON ANA OSTRIC, 23.09.06, 07:24h


Tea-Time im Hause Jacobs: Tochter Rynn (Sarah Timm) bietet jedem Besucher ein Tässchen Tee an, besonders lieben Gästen auch ein paar Mandelplätzchen. Vermieterin Cora Hallet (Esther Mommerz) schaut regelmäßig vorbei und auch ihr erwachsener Sohn Frank (Benjamin Trzeciak), der allerdings mit eindeutig zweideutigen Absichten gegenüber der 13-jährigen Rynn.

Viele Fragen stellen sich den Gästen auf der Bühne ebenso wie den Zuschauern davor: Wo sind die Eltern, warum geht das Mädchen nicht zur Schule und welche Leichen hat sie im Keller?

„Das Mädchen am Ende der Straße“ bietet Spannung, nackte Haut vor knisterndem Kaminfeuer und tolle Musik. Von der kindlichen Spieluhr über „You're lost little girl“ von den Doors bis zum finalen „Song for my father“ von Horace Silver passt die musikalische Untermalung bestens zur Geschichte. Die zusätzlichen Soundeffekte runden den Grusel auf der ganz in Schwarz gehaltenen Bühne ab. Einfach stark ist Sarah Timm in der Hauptrolle. Stolz und zart zugleich verkörpert sie Rynn mit entschlossenem Blick und Fingerspitzengefühl.

Dirk Volpert hat das Stück inszeniert. Weder er noch sein Ensemble kannten den 1974 erschienen Roman von Laird Koenig und die Verfilmung mit der jungen Jodie Foster. Der Streifen wurde von der „Academy of Science Fiction Fantasy and Horror“ ausgezeichnet. Das erklärt, warum die Hitdorfer Aufführung nicht für Kinder unter zwölf Jahren geeignet ist. „So krass sind wir nicht“, beruhigt Volpert zwar, aber Mord und Pädophilie seien eben keine leichte Kost. Den Zuschauern möchte er reichlich Diskussionsstoff bieten - das und beste Unterhaltung garantiert „Das Mädchen am Ende der Straße“.

Die nächsten Aufführungen sind an diesem Wochenende: Samstag um 20 Uhr und Sonntag um 18 Uhr im matchboxtheater, Hitdorfer Straße 169. Das Stück läuft bis zum 3. Dezember.